Dieses Gefühl entsteht selten an einem einzigen Abend. Es schleicht sich ein. Über Wochen, Monate, manchmal Jahre. Essen kostet mehr Kraft, als es gibt. Du bereitest etwas zu, setzt dich dazu – und innerlich bist du schon müde. Vielleicht hast du irgendwann aufgehört zu hoffen, dass es wirklich entspannt sein könnte.
Unter dieser Müdigkeit liegt oft ein Gedanke, der nicht laut wird, aber ständig mitschwingt: Was, wenn ich etwas falsch mache? Was, wenn mein Kind sich einseitig ernährt – und ich später dafür verantwortlich bin? Diese Schuldfrage ist selten klar formuliert, aber sie färbt alles. Und sie wird lauter, wenn der Blick zu anderen Familien wandert, bei denen es scheinbar „einfach funktioniert“. Dann fühlt es sich an, als läge das Problem bei dir. Oder bei deinem Kind.
Und irgendwo auf dem Weg hast du aufgehört, dich selbst gut zu versorgen. Genuss wurde zweitrangig. Dein eigenes Bedürfnis nach Ruhe, nach einem leckeren Essen ohne Spannung, rutschte immer weiter nach hinten.
„Ich möchte einfach mal wieder in Ruhe essen.“
Dieser Satz bringt vieles auf den Punkt.