Warum sich das gemeinsam Essen so schwer anfühlt – auch wenn du dir Harmonie wünschst
Wenn dein Kind schon beim Blick auf den Teller sagt: „Das mag ich nicht.“
Das Essen ist fertig. Du rufst. Niemand kommt. Dann sitzen irgendwann doch alle am Tisch – und noch bevor der erste Bissen genommen wird, liegt etwas in der Luft. Manchmal ist es laut, manchmal auffällig still. Oft kommt dieser eine Satz, der alles kippen lässt: „Das ess ich nicht.“ Und während du versuchst, ruhig zu bleiben, spürst du, wie dir innerlich die Energie entgleitet.
Du wolltest doch einfach nur gemeinsam essen. In Ruhe. Ohne Diskussionen. Ohne das ständige Abwägen zwischen Probier doch mal und Ich kann nicht mehr. Stattdessen wird der Tisch zum Ort von Anspannung – egal, ob gesprochen wird oder geschwiegen. Es fühlt sich nicht nach Verbindung an, sondern nach Durchhalten.
Vielleicht merkst du sogar, dass du selbst beim Essen kaum Appetit hast. Dein Körper ist da, aber innerlich bist du angespannt. Der Hunger kommt später. Auf einmal. Meist auf Schnelles, Süßes oder Salziges. Nicht, weil du disziplinlos bist, sondern weil dein Körper etwas sucht, das kurz beruhigt.
Die Erschöpfung, die niemand sieht
Dieses Gefühl entsteht selten an einem einzigen Abend. Es schleicht sich ein. Über Wochen, Monate, manchmal Jahre. Essen kostet mehr Kraft, als es gibt. Du bereitest etwas zu, setzt dich dazu – und innerlich bist du schon müde. Vielleicht hast du irgendwann aufgehört zu hoffen, dass es wirklich entspannt sein könnte.
Unter dieser Müdigkeit liegt oft ein Gedanke, der nicht laut wird, aber ständig mitschwingt: Was, wenn ich etwas falsch mache? Was, wenn mein Kind sich einseitig ernährt – und ich später dafür verantwortlich bin? Diese Schuldfrage ist selten klar formuliert, aber sie färbt alles. Und sie wird lauter, wenn der Blick zu anderen Familien wandert, bei denen es scheinbar „einfach funktioniert“. Dann fühlt es sich an, als läge das Problem bei dir. Oder bei deinem Kind.
Und irgendwo auf dem Weg hast du aufgehört, dich selbst gut zu versorgen. Genuss wurde zweitrangig. Dein eigenes Bedürfnis nach Ruhe, nach einem leckeren Essen ohne Spannung, rutschte immer weiter nach hinten.
„Ich möchte einfach mal wieder in Ruhe essen.“ 
Dieser Satz bringt vieles auf den Punkt.
Vielleicht ist es gerade einfach okay, dass es so ist
So, wie es bei euch am Tisch gerade läuft, ist es nicht zufällig so. Es ist schon eine Weile so. Und allein das verdient einen Moment Aufmerksamkeit – ohne sofort etwas verändern zu wollen. Vielleicht geht es im ersten Schritt nicht darum, etwas zu lösen, sondern darum, klarer zu sehen, was eigentlich passiert.
Was, wenn das, was sich gerade so schwer anfühlt, nicht falsch ist – sondern ein Zeichen dafür, dass hier etwas getragen wird? Etwas, das gesehen werden möchte. Nicht bewertet. Nicht optimiert. Sondern wahrgenommen.
Warum Regeln oft nicht halten, was sie versprechen
Viele Familien greifen an diesem Punkt zu Regeln. Klare Absprachen, feste Abläufe, in der Hoffnung, dass dann endlich Ruhe einkehrt. Und manchmal funktioniert das auch kurzfristig. Doch die Spannung bleibt oft trotzdem. Nicht, weil Regeln schlecht sind, sondern weil sie etwas Entscheidendes nicht erfassen.
Denn an eurem Tisch sitzen keine leeren Gefäße, die nur gefüllt werden müssen. Jeder kommt mit einem vollen Tag. Du vielleicht mit Erschöpfung aus Meetings und Verantwortung. Dein Kind mit dem Bedürfnis nach Selbstbestimmung nach einem langen Tag voller Anpassung. Dein Partner mit echtem Hunger. Alle bringen etwas mit. Wie einen inneren Rucksack.
Und manchmal wollen alle gleichzeitig auspacken. Vielleicht kennst du das Bild: Dein Kind kommt nach Hause, reißt den Rucksack auf und möchte dir sofort zeigen, was es mitgebracht hat. Stell dir nun vor, jede*r am Tisch tut das innerlich zur gleichen Zeit. Dann entsteht entweder ein Durcheinander – oder frustriertes Schweigen. Beides fühlt sich angespannt an. Dann geht es nicht mehr um das Essen selbst, sondern um das, was unausgesprochen zwischen euch steht.
Vielleicht findest du dich in einem dieser Gedanken wieder
Manchmal ist es nicht ein großes Problem, sondern ein leises inneres Wiedererkennen. Ein Moment, in dem etwas klickt und du spürst: Ah. Genau das ist es.
Vielleicht ist es einer dieser Punkte:
Diese Gedanken sind keine Diagnose. Sie sind Wegweiser. Sie zeigen nicht, was du tun musst – sondern wo du gerade stehst.
Manchmal entsteht Ruhe nicht durch neue Schritte, sondern durch Überblick. Nicht nur über den Familientisch, sondern über das ganze Feld rund ums Essen.
Der 🧭 Entlastungskompass ist genau dafür gedacht. Nicht als Lösung, sondern als Orientierung. Als Möglichkeit, dein persönliches Feld klarer zu sehen und wieder Luft zu holen.
Wenn du spürst, dass es leichter werden darf, dann ist das ein stimmiger nächster Schritt.
Alles Liebe aus der Energieküche
Deine 
Luise
Orientierung statt Aktion
Viele Mütter merken schon nach wenigen Minuten:
„Ah. Genau hier verliere ich gerade Kraft.“
Und genau dort beginnt Entlastung.

Hinweis: Die bereitgestellten Inhalte sind ausschließlich zu Informations- und Bildungszwecken und ersetzen keine therapeutische oder medizinische Beratung. Bei medizinischen oder psychischen Problemen solltest du stets professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Mehr Informationen findest hier.
© 2025 Dr. Luise Hecker. Alle Rechte vorbehalten.